Vorsteuerabzug bei Briefkastenadresse

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat sich mit den Urteilen vom 15.11.2017 (Rs C-374/16 und C-375/16) zum möglichen Vorsteuerabzug bei Rechnungen geäußert, auf denen nur die Briefkastenadresse dargestellt ist.

Vorsteuerabzug – In den Urteilen kamen die Richter zu der Ansicht, dass in einer Rechnung für Zwecke des Vorsteuerabzuges als Anschrift des leistenden nicht der Ort der wirtschaftlichen Tätigkeit angegeben werden muss.

Zum Zwecke des Vorsteuerabzuges durch den Leistungsempfänger sei es ausreichend, wenn die Rechnung die Angaben zur postialischen Erreichbarkeit des Leistenden enthält. Dies könnte auch die Briefkastenadresse sein.

Dieses Urteil ist interessant für alle Unternehmen, die ortsungebunden tätig sind. Nach Ansicht des EuGH verlangt der Begriff „vollständige Anschrift“ nicht, dass der Leistende dort auch wirtschaftlich aktiv ist. Die einzelnen Mitgliedsstaaten dürfen den Begriff nicht strenger betrachten als die Mehrwertsteuer-Systemrichtlinie.

Der EuGH bestätigte seine Auffassung, dass das Recht auf Vorsteuerabzug nicht eingeschränkt werden darf. Das System der Umsatzsteuer muss basiert auf dem Prinzip der Neutralität. Die Vorsteuerabzugsberechtigung besteht daher auch, wenn bestimmte formelle Anforderungen nicht erfüllt sind. Daher dürfen die Angaben der Rechnungsadresse des Leistenden nicht maßgeblich für den Vorsteuerabzug sein.

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cpm – Steuerberater Claas-Peter Müller, Hamburg

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