Zählprotokoll bei offener Ladenkasse

Der BFH hatte sich mit Beschluss vom 16.12.2016 (X B 41/16) unter anderem zum täglichen Auszählen einer offenen Ladenkasse (Zählprotokoll) geäußert.

Die Ordnungsmäßigkeit der Kassenbuchführung erfordert bei Bareinnahmen, die ähnlich einer offenen Ladenkasse erfasst werden, einen täglichen Kassenbericht (vgl. § 146 Abs. 1 Satz 2 der Abgabenordnung – AO – und Senatsbeschluss vom 13. März 2013 X B 16/12, BFH/NV 2013, 902, Rz 9), der auf der Grundlage eines tatsächlichen Auszählens der Bareinnahmen erstellt worden ist, aber kein Zählprotokoll.

Soweit die vom erkennenden Senat in Rz 27 seines Urteils vom 25. März 2015 X R 20/13 (BFHE 249, 390, BStBl II 2015, 743) gewählte Formulierung in der Praxis teilweise dahingehend missverstanden wird, dass über den Kassenbericht hinaus ein „Zählprotokoll“ gefordert werde, in dem die genaue Stückzahl der vorhandenen Geldscheine und -münzen aufgelistet werde, stellt der Senat klar, dass die dortige Formulierung – die im Übrigen den Begriff „Zählprotokoll“ nicht enthält – nicht als Neuorientierung der Rechtsprechung angesehen werden kann.

Erforderlich, aber auch ausreichend ist ein Kassenbericht, der auf der Grundlage eines tatsächlichen Auszählens erstellt worden ist.

Haben Sie weiterführende Fragen zur ordnungsgemäßen Kassenbuchführung, um Hinzuschätzungsmöglichkeiten des Finanzamtes zu vermeiden, sprechen Sie mich gern an.

cpm – Steuerberater Claas-Peter Müller, Hamburg

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