Praktikum im Tattoo-Studio – Berufsausbildung

Das Finanzgericht Düsseldorf hatte sich in einem Urteil vom 04.10.2016 (10 K 1416/16) zur Berücksichtigung eines Praktikums in einem Tattoo-Studio als Berufsausbildung zu äußern.

Die Richter haben in dem Urteil entschieden, dass es sich bei einem ernsthaft und mit entsprechendem Zeitaufwand  von 15 Stunden pro Woche betriebenen Praktikum in einem Tattoo-Studio zum Zwecke des Erwerbs von Kenntnissen und Fähigkeiten für die Ausübung des Berufs „Tätowierer“ um eine Berufsausbildung im Sinne des § 32 Abs. 4 S. 1 Nr. 2a EStG handelt.

Damit lägen auch die Voraussetzungen für die Gewährung des Kindergeldes vor.

Der Begriff der Berufsausbildung umfasst jede Ausbildung zu einem künftigen Beruf. In Berufsausbildung befindet sich, wer sein Berufsziel noch nicht erreicht hat, sich aber ernsthaft und nachhaltig darauf vorbereitet.

Diese Voraussetzungen können auch dann erfüllt sein, wenn das Kind ein Praktikum absolviert. Dabei muss dem Praktikum kein detaillierter Ausbildungsplan zugrunde liegen. Der Vorbereitung auf ein Berufsziel und damit der Berufsausbildung dienen nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) vielmehr alle Maßnahmen, bei denen es sich um den Erwerb von Kenntnissen, Fähigkeiten und Erfahrungen handelt, die als Grundlagen für die Ausübung des angestrebten Berufs geeignet sind, und zwar unabhängig davon, ob die Ausbildungsmaßnahmen in einer Ausbildungsordnung oder Studienordnung vorgeschrieben sind. Auch braucht die Ausbildungsmaßnahme Zeit und Arbeitskraft des Kindes nicht überwiegend in Anspruch zu nehmen.

cpm – Steuerberater Claas-Peter Müller, Hamburg

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