Gehaltszufluss bei einem Gesellschafter-Geschäftsführer

Das Bundesministerium für Finanzen hat sich in einem aktuellen Schreiben vom 12.05.2014 (IV C 2 – S 2743/12/10001) zu verdeckten Einlagen in eine Kapitalgesellschaft und dem Zufluss von Gehaltsbestandsteilen bei einem Gesellschafter-Geschäftsführer einer Kapitalgesellschaft geäußert.

Hierfür wurden die Rechtsprechungen der Urteile des Bundesfinanzhofs vom 03. Februar 2011 (VI R 4/10 und VI R 66/09) sowie vom 15. Mai 2013 (VI R 24/12) aufgegriffen und umgesetzt.

In dem Schreiben wurde folgendes klar gestellt:

Dem beherrschenden Gesellschafter fließt eine eindeutige und unbestrittene Forderung gegen „seine“ Kapitalgesellschaft bereits mit deren Fälligkeit zu. Ob sich der Vorgang in der Bilanz der Kapitalgesellschaft tatsächlich gewinnmindernd ausgewirkt hat, etwa durch die Bildung einer Verbindlichkeit, ist für die Anwendung dieser sogenannten Zuflussfiktion unerheblich, sofern eine solche Verbindlichkeit nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung hätte gebildet werden müssen.

Für den Zufluss beim Gesellschafter-Geschäftsführer durch eine verdeckte Einlage in die Kapitalgesellschaft kommt es darauf an, ob der Gesellschafter-Geschäftsführer vor oder nach Entstehen seines Anspruches darauf verzichtet hat (H 40 KStH 2008).

Maßgeblich dafür ist, inwieweit Passivposten in eine Bilanz der Gesellschaft hätten eingestellt werden müssen, die zum Zeitpunkt des Verzichts erstellt worden wäre.

Auf die tatsächliche Buchung in der Bilanz der Gesellschaft kommt es für die Frage des Zuflusses aufgrund einer verdeckten Einlage nicht an.

cpm – Steuerberater Claas-Peter Müller, Hamburg

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